Carsten Ra en beBee auf Deutsch 21/8/2018 · 3 min de lectura · ~100

Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer - Arten der Warmwasserbereitung


Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer sind die beiden gängigen Gerätetypen, mit denen in Hauhalten, in Wochenendgrundstücken, in Gewerbebetrieben und anderswo warmes Wasser erzeugt wird. Zwischen beiden Systemen bestehen gravierende Unterschiede, mit denen wir uns nachfolgend befassen wollen.

Bereits die Gerätebezeichnungen haben Aussagekraft

Warmwasserspeicher werden im gängigen Sprachgebrauch auch als Boiler bezeichnet. Ihre Bezeichnung beinhaltet bereits die Worte Warmwasser und Speicher. Ihre Funktion beinhaltet dementsprechend die beiden Teilbereiche Herstellung von Warmwasser sowie Speicherung. Das Kaltwasser wird im Warmwasserspeicher erhitzt und bis zur Verwendung in seinem Behälter gespeichert.

Durchlauferhitzer hingegen enthalten die Bezeichnungen Durchlauf und Erhitzen. Bei ihnen erfolgen beide Funktionen gleichzeitig. Das Kaltwasser durchströmt den Durchlauferhitzer und es wird während dieses Durchflusses erhitzt. Dieser Vorgang erfolgt erst zum Zeitpunkt der Wasserentnahme, wenn der Wasserhahn geöffnet wird. Im Ruhezustand befindet sich nur Kaltwasser im Durchlauferhitzer, und Warmwasser wird nicht gespeichert.

Wie funktioniert ein Warmwasserspeicher?

Warmwasserspeicher finden wir sowohl als Bestandteil einer Heizungsanlage als auch in Form von elektrisch betriebenen Geräten. In der Heizungsanlage ist das Behälterinnere solcher Boiler mit einer Heizschlange ausgestattet, in der heißes Heizwasser zirkuliert. Dieses gibt seine Wärme an das noch kalte Brauchwasser ab und erhitzt es dabei.

Warmwasserspeicher, die nicht in eine Heizungsanlage eingebunden sind, werden meist elektrisch betrieben. Hier liefert im Behälterinneren eine mit dem Tauchsieder vergleichbare Heizspirale die Energie zur Erhitzung des Brauchwassers.

Warmwasserspeicher und Durchlauferhitzer - Arten der Warmwasserbereitung

Drucklos oder Druckspeicher?

Unser Leitungswasser steht beständig unter einem Druck zwischen 5 und 7 bar, damit es jederzeit in ausreichender Menge aus dem Wasserhahn fließen kann. Ein Warmwasserspeicher, der beständig unter Druck steht, ist dementsprechend einer hohen Dauerbelastung ausgesetzt. Deshalb gibt es auch den drucklosen Speicher.

Drucklose Warmwasserspeicher stehen erst unter Druck, wenn der Warmwasserhahn geöffnet wird. Dann drückt das nachströmende Kaltwasser das Warmwasser aus dem Boiler. Das bedeutet jedoch, dass drucklose Warmwasserspeicher nur eine Mischbatterie versorgen können. Wird das Warmwasser jedoch beispielsweise am Waschbecken, an der Dusche und/oder an der Badewanne benötigt, kommt ein Druckspeicher infrage.

Warmwasserspeicher sind in ihrer Kapazität begrenzt

Der Speicherbehälter eines Warmwasserspeichers hat ein begrenztes Volumen. Gängige Formen, vor allem für den Haushaltbedarf, sind Größen von 5 bis 200 Liter. Das bedeutet aber auch, dass nur solange Warmwasser zur Verfügung steht, bis der Speicherbehälter geleert ist. Im Gegenteil - das bei der Entnahme nachströmende Kaltwasser vermischt sich mit dem enthaltenen Warmwasser, sodass sich bis zur vo0llständigen Entnahme allmählich die Warmwassertemperatur verringert.

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Durchlauferhitzer liefern immer heißes Wasser

Beim Durchlauferhitzer wird das durchfließende Kaltwasser sofort erhitzt, aber nicht gespeichert. Das bedeutet also, dass jede beliebige Menge Warmwasser entnommen werden kann. Dies ist vor allem bei größeren Mengen benötigten Warmwassers von Vorteil, wenn die Kapazität von Warmwasserspeichern längst erschöpft ist.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/heizung-durchlauferhitzer-beuler-706945/

Was bedeutet dies aus energetischer Sicht?

Elektrisch beheizte Warmwasserspeicher sind fast ausschließlich Geräte, die über eine normale Schukosteckdose betrieben werden. Das bedeutet, dass ihr Anschlusswert circa 2000 Watt (2 kW) beträgt. Diese elektrische Leistung reicht aus, um das Kaltwasser im Speicherbehälter innerhalb eines vertretbaren Zeitraumes aufzuheizen.

Kaltwasser braucht aus physikalischer Sicht jedoch einen gewissen Zeitraum, um sich aufzuheizen. Durchströmt es einen Durchlauferhitzer, muss dieser dementsprechend über eine um ein Mehrfaches höhere Anschlussleistung verfügen. Diese beträgt bei den im Haushalt- und Badbereich gängigen Gerätetypen circa 21 kW. Diese Anschlussleistung kann nur über einen dreiphasigen 380-Volt-Drehstromanschluss zur Verfügung gestellt werden.

Der Einbau eines Warmwasserspeichers ist dementsprechend sowohl im Wohnungsbau als auch in Gewerbeeinrichtungen fast an jedem Ort problemlos möglich. Beim beabsichtigten Einbau eines Durchlauferhitzers muss jedoch der beauftragte Elektriker erst abklären, ob das Leitungsnetz in der Lage ist, diese hohe elektrische Leistung auch bereitstellen zu können.

Beim Durchlauferhitzer, in dem das durchfließende Kaltwasser sofort aufgeheizt wird, entstehen nur geringfügige Wärmeverluste, da die Speicherung entfällt. Anders verhält es sich beim Warmwasserspeicher. In hochwertigen Modellen ist zwar der Speicherbehälter mit hochwirksamem Dämmmaterial umkleidet. Dennoch kühlt sich das gespeicherte Warmwasser allmählich ab. Seit 2017 stellen die Gesetzgeber noch drastischere Forderungen an die Beschaffenheit der Dämmung von Warmwasserspeichern. Trotzdem bleiben Wärmeverluste in erheblicher Größenordnung aus physikalischer Sicht unausweichlich.

Welches Produkt eignet sich für welche Verwendung?

Warmwasserspeicher, die über eine normale Schukosteckdose betrieben werden, benötigen keinen allzu umfangreichen Installationsaufwand außer einem separaten Stromkreis. Bereits deshalb ist ihr Einsatz weitestgehend flexibel möglich. Da ihr Speichervolumen begrenzt ist, erfüllen sie nur dort ihren Zweck zuverlässig, wo der Warmwasserbedarf absehbar ist. Dies kann für ein Handwaschbecken der 5-Liter-Boiler sein oder für das Spülbecken ein 15-Liter-Boiler. Zum Befüllen einer Badewanne ist bereits ein Warmwasserspeicher mit mindestens 120 Litern Speichervolumen erforderlich.

Bezüglich des Durchlauferhitzers lassen sich viele potenzielle Anwenderinnen von den Möglichkeiten kleiner Modelle mit geringer Anschlussleistung verleiten. Namhafte Markenhersteller verweisen jedoch darauf, dass ein Durchlauferhitzer mit "nur" 5 kW Anschlussleistung lediglich für ein Handwaschbecken geeignet ist. Seine geringe Durchflussmenge kann nur eine begrenzte Warmwassermenge zur Verfügung stellen. Soll der Durchlauferhitzer an allen Zapfstellen im Bad und/oder in der Küche ausreichend Warmwasser bereitstellen können, sind besagte circa 21 kW Anschlussleistung erforderlich.

Durchlauferhitzer elektronisch oder hydraulisch?

Für Laien ist das Verwirrspiel um die Begriffe "elektronischer" und "hydraulischer" Durchlauferhitzer recht unübersichtlich. Sie beinhalten zwei unterschiedliche Funktionsprinzipien des Gerätes.

Hydraulische Durchlauferhitzer sind günstiger bei der Anschaffung. Sie sind jedoch vom unangenehmen Nebeneffekt behaftet, dass sie von Druckschwankungen abhängig sind. Dies macht sich vor allem in Anlagen mit mehreren Zapfstellen bemerkbar. Hier kann die entnommene Wassertemperatur plötzlich extrem absinken, wenn eine zweite Entnahmestelle geöffnet wird wie beispielsweise Dusche und Waschbecken.

Elektronische Durchlauferhitzer haben einen höheren Anschaffungspreis. Sie sind jedoch nicht vom Problem der Druckschwankungen behaftet. Deshalb ist ihre Energieeffizienz insgesamt gesehen besser. Abgesehen vom höheren Komfort amortisieren sie sich bereits nach kurzer Zeit.

Für den nächsten Einkauf sollte man also auch hinsichtlich Verwendungszweck und gegebenenfalls wissen, welche Art der Warmwasserbereitung genutzt werden soll. Verschiedene Fachhandel, wie Allego, unterstützen beim Kauf und beraten natürlich umfassend.