Wissen?

Wissen?

E = h*f,

h ist das Plancksche Wirkungsquantum und f steht für die Frequenz.

Das war die Grundlage des Welle-Teilchen-Dualismus. Für das Plancksche Wirkungsquantum (Planck-Konstante) erhielt Max Planck 1919 den Nobelpreis für Physik des Jahres 1918.

Daraufhin ging Max Planck in ganz Deutschland auf Tour und hielt immer denselben Vortrag über die neue Quantenmechanik.

Sein Chauffeur, der den Vortrag stets mitanhörte, kannte ihn bald auswendig.

„Es muss ihnen langweilig sein, Herr Professor Planck, immer denselben Vortrag zu halten. Ich schlage vor, dass ich das für Sie in München übernehme, und Sie sitzen in der vordersten Reihe und tragen meine Chauffeurmütze. Das gäbe uns beiden ein bisschen Abwechslung.“

Planck lehnte nicht ab und sagte amüsiert ja. So kam es, dass der Chauffeur den Vortrag vor einem erlesenen Expertenpublikum hielt. Während er den Vortrag „abspulte“, meldete sich ein Physikprofessor mit einer komplexen Frage.

Der Chauffeur war clever und zog seinen Kopf aus der Schlinge, indem er dem Frager antwortete:

„Nie hätte ich gedacht, dass in einer so fortschrittlichen Stadt wie München eine so einfache Frage gestellt würde. Ich werde meinen Chauffeur bitten, die Frage zu beantworten.“

(Nach Ch. Munger von R. Dobelli)

Seitdem gibt es zwei Arten von Wissen

Planck-Wissen und Chauffeur-Wissen

So schön sich die Anekdote liest, vom Milliardär Partner C. Munger, rechte Hand von Warren Buffet in 2007 erzählt, hat sie nichts mit Max Planck zu tun, findet sich ihr Ursprung in „A Treasury of Jewish Folklore“, und erklärt, was auch schon Richard Feynman meinte:

„Ich finde es weit interessanter, so zu leben, dass man nichts weiss, anstatt Antworten zu haben, die möglicherweise falsch sind.“

Es gibt zwei Arten von Wissen: Zum einen echtes Wissen, durch zeitaufwändige Forschungen und harte Arbeit erlernt, und zum anderen das so genannte Chauffeur-Wissen; jenes Wissen, das nichts anderes ist als eine große Aufmachung und Show. Chauffeur-Wissende sind Leute, die so tun, als würden sie wissen, wovon sie sprechen.

Wirkliche Experten konzentrieren sich auf ihre Expertise und geben zu, wenn sie etwas nicht wissen; Firmensprecher, Showmen, Talkmaster, Wichtigtuer und Plauderer reden über alles mit und geben vor, Experten jeglicher Thematik zu sein.

Ich glaube, ich habe gerade auch die überwiegende Mehrzahl aller Politiker beschrieben.

Wir wollen die Welt um uns herum verstehen. Wir wünschen uns Klarheit und alles soll seine Ordnung haben. Wir sehen Zusammenhänge und weil sie uns kausal Sinn machen, glauben wir sie…

…und das ist einfach zu erreichen. Es genügt, Selektionskriterium und Ergebnis zu verwechseln.

 Robert Dobelli (The Art of Thinking Clearly) bringt Beispiele:

Als der Essayist und Börsenhändler Nassim Taleb (Autor: Der schwarze Schwan) den Entschluss fasste, etwas gegen seine hartnäckigen Kilos zu unternehmen, schaute er sich bei den verschiedensten Sportarten um.

Die Jogger machten ihm einen dürren und unglücklichen Eindruck. Die Bodybuilder sahen breit und dümmlich aus. Die Radfahrer, ach, so beinschwer! Doch die Schwimmer gefielen ihm. Sie hatten diese gut gebauten eleganten Körper.

Also entschloss er sich, zweimal die Woche in das chlorhaltige Wasser des lokalen Schwimmbads zu steigen und richtig hart zu trainieren.

Es dauerte eine ganze Weile, bis er merkte, dass er einer Illusion auf dem Leib gekrochen war. Die professionellen Schwimmer haben diesen perfekten Körperbau nicht, weil sie ausgiebig trainieren.

Es ist andersherum: Sie sind gute Schwimmer, weil sie so gebaut sind. Ihr Körperbau ist ein Selektionskriterium, nicht das Resultat ihrer Aktivitäten.

Weibliche Models machen Werbung für Kosmetika. So kommt manche Konsumentin auf den Gedanken, die Kosmetika würden sie verschönern. Doch sind es nicht die Kosmetika, die diese Frauen zu Modellen machen.

Die Models sind zufälligerweise als schöne Menschen geboren und nur deshalb kommen sie für die Kosmetikwerbung überhaupt in Frage. Wie bei den Schwimmern, ist hier die Schönheit das Selektionskriterium, nicht ein Ergebnis.

Denken statt Glauben (eine Checkliste)

Sehen und beobachten

Unterschied zwischen Sehen und Beobachten

Was sind wirklich die Fakten?

Nicht nur den Wald sehen, sondern auch selektiv sein und den Baum betrachten.

Was nehme ich an – und: ist das wahr?

Konzentrieren

Die Fakten erörtern

Verantwortung für mein Denken übernehmen.

Verstehen kommt vor dem Beurteilen

Diagnose vor der Handlung/Bewertung

Überprüfen

Ist es klar?

Ist es korrekt?

Ist die Information umfassend?

Macht es Sinn?

Umsetzen

Was weiss ich wirklich?

Was kann ich verbinden, welches sind die Zusammenhänge?

Was sind die Vor- und Nachteile und was ist neutral und interessant?

Ist es wahrscheinlich und hält es einer kritischen Prüfung stand?

Abschätzen und voraussehen (frei nach Sherlock Holmes)

Denke das Undenkbare.

Erwarte das Unerwartete.

Überlege die Konsequenzen

Nicht Vorhandenes ist auch ein Faktum (Hound of Baskerville, „Der Hund hat nicht gebellt“)

Zusammenfassung

Die Beurteilung, ob die negativen Zinsen positiv sind, ob die Arbeitslosigkeit mit Staatsgeldern oder ob das Aufzeigen der Vorstandsgehälter Sinn macht, wird am Stammtisch fachsicher diskutiert. Vorgestern war der Ölpreis zu hoch und würde die Weltwirtschaft in die Rezession geführt haben und heute ist der Ölpreis zu niedrig und führt zur Diskussion über wirtschaftliche Probleme, die vor uns liegen.

Vor circa 40 Jahren hatte der „Club of Rome“ prognostiziert, dass wir nur noch bis zum Jahre 2000 fossile Brennstoffe hätten und das Ende des Wachstums nahe sei. Ich nehme an, Nostradamus führte damals den Vorsitz.

Das meiste Chauffeur-Wissen wird uns täglich in den News angeboten. Die Mehrzahl der Journalisten haben Journalistik studiert, müssen schreiben, was sich verkauft und da sie selbst dem negativen Informationsfluss unterliegen, nehmen sie sich selten die Zeit, ausführlich zu recherchieren. Es gibt rühmliche Ausnahmen.

Wir sind gut informiert, weil wir vor etwa 200 Jahren ein Pseudo-Wissen, auch Nachrichten genannt, eingeführt haben. Nachrichten sind für das Gehirn wie der Zucker für den Körper: appetitlich, leicht zu verdauen – und langfristig höchst gesundheitsschädlich.

Der Papst fragte Michelangelo:

„Lass mich das Geheimnis deines Genies wissen. Wie konntest du den David kreieren, das Meisterstück der Meisterwerke?“

Michelangelos Antwort:

„Das ist einfach. Ich habe alles entfernt, was nicht David war.“

Wenn wir ehrlich sind, wir wissen nicht, was uns erfolgreich macht, noch wissen wir genau, was uns glücklich macht – wissen aber ziemlich genau, was unseren Erfolg und unser Glücklichsein zerstört:

Negatives, Halb-Wissen und Chauffeur-Wissen beschäftigt uns mehr als wirkliches Wissen und Verständnis – das Leben lebt uns und nicht wir leben unser Leben.

Lassen Sie uns es doch handhaben wie Michelangelo:

anstatt uns auf alles zu konzentrieren und den Chauffeur basierenden Unsinn für bare Münze zu nehmen, lieber

alles Halb-Wissen eliminieren und die Glaubensfehler reduzieren sich exponentiell.

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