Ursula Moers en Mixmag Consultant und Dozentin • Zahlengipfel 15/10/2016 · 4 min de lectura · +800

Steuern Algorithmen heute schon Ihr Marketing?

Steuern Algorithmen heute schon Ihr Marketing?

Was haben Sie noch in der Hand? 2020 wird es laut Schätzungen von Cisco 50 Milliarden Sensoren auf der Welt geben, die ununterbrochen Daten in Umlauf bringen. Schon heute filtern Algorithmen für uns Informationen, indem sie Daten von unseren Surfgewohnheiten im Netz nutzen, unseren sozialen Netzwerken und mit wem und wieviel wir kommunizieren. Als Resultat erhalten wir bestimmte Themen und Angebote, andere für den Nutzer vermeintlich uninteressante Dinge werden ausgeblendet. Gibt man das Wort CEO ein, erhält man fast nur Bilder von Männern, Google und Flickr verwechseln Menschen mit Affen, Facebook löscht historisch wichtige Bilder. Folgen Marketingstrategien in Zukunft nur noch einem Master-Algorithmus? Und was bedeutet das für das Marketing?

Algorithmen sind nicht objektiv

Die Harvard-Professorin Latanya Sweeney googelte ihren Namen, wie viele von uns das tun. Im Zusammenhang mit ihrem Namen erschien eine Anzeige mit dem Titel „Wurde Latanya Sweeney verhaftet?“ Da sie noch nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war, untersuchte sie den Fall und stellte fest, dass die #Algorithmen ihr – aufgrund der afroamerikanischen Herkunft -  eine kriminelle Neigung unterstellten. Der Grund war, dass im Netz in Verbindung mit afroamerikanischen Vornamen signifikant mehr Haftanzeigen zu finden waren, sodass auch ihr unterstellt wurde, sie habe sich etwas zuschulden kommen lassen.

Ein anderes Beispiel: Googles 2015 installierte Foto-App kategorisierte dunkelhäutige Menschen versehentlich als „Gorillas“, denn sie enthält eine automatische Verschlagwortung von Bildern. Das Gleiche galt für Flickr – dort hatten die Algorithmen dunkelhäutige Menschen mit Begriffen wie „Affe“ oder „Tier“ gekennzeichnet.

Algorithmen basieren zwar auf Gleichungen und Zahlen und sind deshalb vermeintlich objektiv. Programmiert aber werden sie von Menschen, die festlegen, welche Gleichungen und welche Zahlen verwendet werden.

Autonome Autos und mangelhafte Daten

In letzter Zeit mehren sich die Meldungen über Unfälle mit selbstfahrenden Autos. Nach dem ganzen Hype muss man einfach konstatieren, dass autonomes Fahren ein sehr komplexes Thema ist. Die Algorithmen liefern nur bis zu 90% sichere Daten. Sie fassen alle Signale zusammen und zeichnen ein dreidimensionales Umfeld des Autos. GPS-Daten, Position des Wagens, Radarsignale, fahrend