Walter Braun en Artikel auf Deutsch, Aktualität und Nachrichten, beBee auf Deutsch Inhaber und 'GF • SYSTEM-MANAGEMENT Diplom-Psychologe Walöter Braun 18/10/2016 · 3 min de lectura · +100

Warum Führungstrainings wenig bewirken und wie sie renoviert werden könnten

Warum Führungstrainings wenig bewirken und wie sie renoviert werden könnten

Gebetsmühlenartig wird Leadershiptraining das Wort geredet. Und die Protagonisten bleiben nicht nur beim Reden: Seit Jahr und Tag definieren sie inspirierende Verhaltensstandards, zeigen Techniken zur Überzeugung der Mitarbeiter auf, beschwören die Magie des Wandels und trainieren alles zusammen in aufwändigen Modulen. Nicht genug damit: Transfertage sollen die Praxisrelevanz absichern helfen. Innovationspreise, Kongresseinladungen und Trainingsawards sind öffentlich geadelte Früchte ihrer Arbeit.

Die Trainingsindustrie blüht und schafft Arbeitsplätze. Führungskräfte strotzen vor Karrierepotenzial und Image, Personalentwickler fühlen sich als strategische Partner der Wertschöpfung und Budgetverantwortliche investieren guten Glaubens in ihre Mitarbeiter. Alles gut! Oder doch nicht? Eher doch nicht! Denn Unsummen guten Geldes wird verbrannt.

Potemkinsche Dörfer verstellen den Blick auf die Realität

Denn trotz der seit Jahren rollenden Investitionswelle von bis zu 20 Milliarden Euro bleibt der sichtbare Effekt eher mager und in wortreicher Prosa interessierter Vermarktungsprofis stecken. Immer noch fühlen sich nach der jüngsten Gallup-Studie etwa 68 % der Mitarbeiter emotional nicht an ihr Unternehmen gebunden und machen Dienst nach Vorschrift. Der „Chef“ ist einer, der meist genannten Wechselgründe, wenn wir z. B. in Bewerbungsgesprächen die Kandidaten nach den Kündigungsanlässen fragen. Nahezu alle haben übrigens auch aufwändige Führungstrainings in ihren Altunternehmen absolviert und sind durchaus der Meinung, Profis im Umgang mit anvertrauten Menschen zu sein. Nur dumm, dass diese das anders sehen. Regelmäßig ist das Fremdbild, (das der Mitarbeiter) disparat zu dem Selbstbild (das der Führungskräfte). Die einen fühlen sich inspirierend. Die anderen genervt. Führung ist eben nicht in einer Wenn-Dann-Logik zu erfassen, sondern in hohem Maße in ihrem Wesen komplex.

Dabei fehlt es nicht an illustren Titeln, die das Beherrschen dieser komplexen Situationen insinuieren. Sie dringen aber in ihren Inhalten nicht zu den eigentlichen Grundhaltungen und Einstellungen der Teilnehmer durch und verharren auf Appell- und Verhaltensebenen. Mit dynamisch getriggerten Übungen, deklinieren die Teilnehmer dabei verschiedene Verhaltensweisen, um Mitarbeiter zu inspirieren, begeistern oder zu motivieren. Wenn das aber nur